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Schloss Straußfurt

Schloss Straußfurt

Foto: NeedfulThings Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 de / Kurz

Quelle Bild
Land:Deutschland
Freistaat:Thüringen
Landkreis:Sömmerda
Ort:Straußfurt
Info:

Von dem Schloss, welches nach 1945 sinnlos durch die Kommunisten zerstört wurde, sind keine Reste mehr vorhanden.

Geschichte:

1080 fand auf den Wiesen zwischen Straußfurt, Vehra und Henschleben eine Schlacht zwischen den Truppen von Kaiser Heinrich IV. und dem Gegenkaiser Rudolf von Rheinfelden statt, die letzterer verlor. Seitdem heißt diese Gegend „Mordäcker“. In Straußfurt gab es bald mehrere geistliche Grundherren und einen befestigten Rittersitz von Dienstmannen des Landgrafen von Thüringen. Im 13. Jahrhundert wird ein Ritter Eberhard von Straußfurt erwähnt, 1387 ein Conrad von Tannrode, Herr zu Stusforte. Die Burg erfuhr im Spätmittelalter einen grundlegenden Umbau zu einer kastellartigen Anlage mit tiefem und breitem Wassergraben. Im Deutschen Bauernkrieg 1525 schlossen sich 20 Straußfurter Bauern dem „Salzaer Haufen“ an. 1592 wütete ein großer Brand im Ort, der 74 Häuser vernichtete. 1597 starben 350 Straußfurter an der Pest. 1613 litt der Ort während der „Thüringer Sintflut“ besonders schwer an Überschwemmungen. Während des Dreißigjährigen Krieges verlor Straußfurt drei Viertel seiner Einwohner.

1706 erwarb die Familie von Münchhausen die fünf Rittergüter und die Burg aus dem Erbe der Familie von Selmnitz. 1735 baute der spätere hannoversche Premierminister Gerlach Adolph von Münchhausen diese unter Beibehaltung der Außenmauern zu einem Schloss mit großem Park um. 1724 errichtete die Freifrau Katherina Sophia von Münchhausen ein Waisenhaus, aus dem die „Waisenhaus-Stiftung“ hervorging, und tat auch sonst viel für den armen Teil der Bevölkerung. 1747 wurde das Gewölbe in der Petrikirche neu gefertigt. 1752 kam es zu besonders schwerem Hochwasser durch die Unstrut. Der 1770 verstorbene Gerlach Adolph von Münchhausen wurde als „Wohltäter von Straußfurt“ bezeichnet.

1800 bis 1945

1815 wurde Straußfurt preußisch und Teil des Landkreises Weißensee. Von 1816 bis 1840 war Freiherr Ernst Friedrich Ferdinand von Münchhausen dessen erster Landrat. 1828/33 wurde die Kunststraße von Erfurt nach Kindelbrück über Straußfurt gebaut.

1863 wurde eine „Königliche Postexpedition“ eingerichtet. 1867 gründete sich ein Landwehrverein. 1869 wurde die Eisenbahnstrecke Erfurt–Nordhausen mit Bahnhof in Straußfurt in Betrieb genommen. 1882 wurden der Ort und seine Umgebung fünfmal von Hochwasser heimgesucht. 1890 konnte eine Kleinkinder-Bewahrungsanstalt eröffnet werden, die der Baron Ernst von Münchhausen gestiftet hatte. 1891 gab es in Straußfurt 1356 Einwohner. 1905 wurde der „Jahn-Turnverein“ gegründet. 1911 erhielt Straußfurt elektrisches Licht.

Während des Ersten Weltkrieges diente 1915/16 das Schloss als Genesungsheim für verwundete Soldaten. 1917 gingen Schloss und Rittergutsbesitz an den Grafen Joseph Friedrich von Brühl über. 1944 wurde dem Schloss ein guter, wenn auch sanierungsbedürftiger Zustand bescheinigt.

Nach der Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen 1919 nahm die Gemeinde 30 Kinder von dort auf. Während der Unruhen in Mitteldeutschland im Herbst 1923 bildeten sich zwei kommunistische Hundertschaften in Straußfurt. 1925 wurde eine landwirtschaftliche Fortbildungsschule eröffnet. 1932 konnte die vom Jahn-Turnverein gebaute Turnhalle eingeweiht werden. 1933 erfolgte die Trennung von Schule und Kirche. Ab 1936 wurde eine Siedlung gebaut, 1937 ein Kindergarten im Ort eingerichtet.

Im Zweiten Weltkrieg befanden sich 200 Kriegsgefangene in Straußfurt, die als Arbeitskräfte eingesetzt wurden. Am 10. April 1945 rückten nach Kampfhandlungen mit Volkssturm, Beschuss und Zerstörung von Turnhalle, Güterschuppen und Ziegelei amerikanische Truppen in Straußfurt ein. Anfang Juli 1945 wurden sie durch sowjetische Einheiten abgelöst und Straußfurt entsprechend Teil der Sowjetischen Besatzungszone. In der Folgezeit wurden viele Heimatvertriebene in der Gemeinde aufgenommen.

1945 erfolgte im Rahmen der Bodenreform die Enteignung des Ritterguts, des Schlosses und der Münchhausen-Stiftung. Ein Drittel der 620 ha wurden ein Volkseigenes Gut (VEG), zwei Drittel aufgeteilt und Neubauernhöfe geschaffen. Zwischen 1945 und 1948 erfolgten der Abriss (zur Gewinnung von Baumaterial, das aber nicht geeignet war) und letztlich die Sprengung des Schlosses. Dabei berief man sich auf den SMAD-Befehl 209 zur Beseitigung von Adelssitzen. Die Münchhausen-Waisenhausstiftung wurde 1951 aufgelöst.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Straußfurt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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